Dieser Hund wird vorgestellt seit dem 30.10.2002

Zaro und Raya

Bitte klicken Sie für eine Vergrößerung auf das jeweilige Bild.

"Zaro" und "Raja" werden nur zusammen vermittelt.


Die beiden Schäferhunde hängen sehr aneinander und sind in ihrer Haltung
unproblematisch. Trotz ihrer imposanten Größe wohnen sie zeitweise mit im Haus, lieben es vor der Couch zu liegen um in der Nähe ihrer Menschen zu sein. Sie sind gut erzogen.


Beide Tiere sind auch Außenhaltung gewohnt. Sie verfügen derzeit über sehr gut ausgestattete Zwinger, die sich im Sichtbereich der Wohnung befinden. Die Zwinger sind immer offen, so dass die Hunde den Innenhof zum Spielen mit zur Verfügung haben.


Der langhaarige Schäferhund "Zaro" hat Schlappohren und ist 5 Jahre alt.

"Raja" ist eine graue Schäferhündin, 8 Jahre alt und sehr vital.

 

Ein Tierarztbesuch bestätigte, dass beide Tiere gesund sind, sie wurden geimpft und entwurmt. "Zaro" ist kastriert.
 

Sie sind wesensfest und zeigen keine Aggressivität. Ihre Zuneigung und Freundlichkeit ist beeindruckend. Leider werden die Tiere aus Umzugsgründen abgegeben und wir hoffen ein ähnlich gutes Zuhause für sie zu finden.
"Zaro" und "Raja" leben noch bei ihren Besitzern und können dort auch besucht werden. Es sind
zwei großartige Hunde, zwar im Doppelpack, aber dafür beschäftigen sie sich auch miteinander. Eine Trennung würde beide sehr unglücklich machen, insbesondere "Raja" würde sehr darunter leiden.

 

Sonstige Informationen:
Pfingsten 2002
Zaro und Raja

Wie immer waren wir sehr beschäftigt, den Kopf voll mit Dingen, die erledigt werden mussten. Zudem näherten wir uns Pfingsten, Tage, die vom Einkaufen her besonders berücksichtigt werden mussten, was schwierig genug war, denn unsere Planungen wurden durch unvorsehbare Geschehnisse stets wieder über den Haufen geworfen. Sollte es diesmal anders sein ? Vielleicht hatten wir ja Glück, niemand rief an und das schöne Wetter bescherte uns zwei wundervolle Tage. Wir konnten Abstand gewinnen von all den Problemen, denen wir uns tagtäglich im Tierschutz stellen müssen. So wagten wir nicht zu hoffen, dass es diesmal anders wurde obwohl ein bisschen Seelenfrieden gut tat. Deshalb war es auch nicht weiter tragisch, dass Mittwochs noch ein Tierarztbesuch anstand, denn so weltbewegend waren die Beschwerden des kranken Schäferhundrüden nicht.


Nach einer Odyssee wieder zusammen,
suchen aber ein neues Zuhause.

Bei dieser Gelegenheit wollten wir auch nach der kleinen Hündin schauen, die wir in der Tierarztpraxis untergebracht hatten. In wenigen Tagen sollte sie operiert werden. Die arme Kleine war am Straßenrand gefunden worden, zusammengebrochen, weil sie nicht mehr laufen konnte. Sie muss unsägliche Schmerzen gelitten haben, denn ihre Hinterbeine waren total verdreht. Glücklicherweise konnte unser Tierarzt sie sofort stationär aufnehmen und untersuchen. Die Röntgenaufnahmen ergaben eine Hüftgelenkserkrankung, zudem war die kleine Schäferhündin extrem abgemagert, ihr Fell verfilzt und im hinteren Bereich stark verkotet, so als wäre sie ständig angebunden gewesen und hätte in ihren eigenen Exkrementen gesessen.

In der Tierarzt-Praxis genoss sie liebevolle Zuwendung und war dankbar für die Pflege. Wir gingen mit ihr ein Stückchen spazieren und waren überrascht, wie freudig sie das Leben trotz ihrer Beschwerden um sich herum genoss. Während des Laufens kam sie immer wieder zu uns zurück, um ein Küsschen auf die Hand zu geben. Das war ihre Art von Dankbarkeit und ließ erahnen, dass sie sich geborgen fühlte. Ihr Krankheitsbild war schwierig. Erhebliche Kosten kamen auf uns zu. Aber sollten wir sie wegen der zu erwartenden Kosten einschläfern lassen ?
Helfen konnte ihr nur eine komplizierte Operation, zu der wir uns dann auch entschlossen haben. Aber wie gesagt, dass war Mittwochs vor Pfingsten und wir hatten wirklich genug zu überdenken wegen unserer kleinen Fundhündin, die wir Mona genannt haben.

Die Herkunft von Mona, die für uns immer noch im Dunklen liegt, ging uns nicht aus dem Kopf. Doch sehr bald sollte Monas Schicksal in den Hintergrund geraten, denn einen Tag später, am Donnerstag, gerieten wir in einen Strudel von Ereignissen, die uns bis heute beschäftigen.

Ein Anruf, dass sich zwei Schäferhunde in einem Keller befinden, eingesperrt, ohne verantwortungsvolle Versorgung, ließ uns aktiv werden. Wir recherchierten und alle Alarmglocken läuteten. Die Hündin erwartete Welpen, der Rüde sei verletzt, die Tiere bellten und jaulten jede Nacht im Keller, mehrere Nachbarn bestätigen dieses. Die Halter der Tiere wohnten woanders, kümmerten sich nicht, das soziale Umfeld war schwierig, von Alkohol war die Rede und von früheren Schäferhunden, die verschwunden waren.
Eines stand fest, die Hunde mussten sofort da raus. Nur wie?


Inzwischen hatten wir Freitag, es erschien fast aussichtslos, über den behördlichen Weg die Tiere aus dem Keller zu holen. Da dringende Eile geboten war, wandten wir uns an den Fernsehsender RTL in Kassel und setzten damit eine Lawine in Gang, die letztendlich zum schnellen Handeln geführt hat.

RTL recherchierte ebenfalls und wandte sich umgehend an das Ordnungsamt des betreffenden Ortes der Tierhalter, um auf die von uns geschilderten Zustände aufmerksam zu machen. Damit rief RTL fast Angstzustände bei dem zuständigen Leiter des Amtes hervor. RTL im Ort und ein Bericht bundesweit gesendet über Missstände einer privaten Hundehaltung, das durfte nicht passieren und so wurde der Kontakt mit unserem Tierschutzverein gesucht, um das Fiasko abzuwenden. Obwohl der Pfingsturlaub des Ordnungsamtsleiters nach Amtschluss anstand, wurde uns versprochen, noch am Nachmittag gemeinsam mit Tierschützern sich vom Zustand und Aufenthaltsort der Tiere zu überzeugen und wir sicherten im Gegenzug zu, RTL zunächst einmal außen vor zu lassen. 17 Uhr war Termin mit allen Beteiligten, auch den Tierhaltern. Alle fanden sich in dem Haus ein, in dem die Tiere untergebracht waren.


Nach ihrem Keller-Verlies wurde Raja zunächst privat untergebracht. Bei ihr war eine Ultraschalluntersuchung gemacht worden, um die Trächtigkeit festzustellen.  Nach dem Aufziehen der Welpen wollten die Halter sie einschläfern.

Ungerührt, als wäre dieser Ort der normalste Ort der Welt, um eine trächtige Hündin, die Welpen erwartete, aufzubewahren, wurde die Tür zu einem dunklen Keller geöffnet. Dieser Keller war wie ein Loch, ein ehem. Schweinestall, fast dunkel, und ca. 2 x 3 m an Größe. Im Halbdunkel sah man nur etwas, wenn die Kellertür geöffnet blieb. Auf klatschnassem Lehmboden befand sich eine Schäferhündin, von dem Rüden war nichts zu sehen, die Hündin war allein. Die anwesenden Personen standen im Wasser und versuchten ihre Augen an das Dunkel zu gewöhnen, während die Hündin fluchtartig durch die geöffnete Tür die Treppe hoch rannte. Das Ehepaar war nicht bereit, über den fehlenden Rüden nähere Auskünfte zu geben und fühlte sich auch nicht schuldig, die Schäferhündin tierschutzwidrig gehalten zu haben. Nach zähen Verhandlungen mit ihnen konnte erreicht werden, dass die Schäferhündin den Tierschützern übergeben wurde.
 

Wir brachten die Hündin zunächst zum Tierarzt, um ihren allgemeinen Zustand untersuchen zu lassen, anschließend wurde sie an privater Stelle untergebracht. Pfingst-Samstag waren wir damit beschäftigt, über die Tätowiernummer, die reinrassige Hunde in ihrem Ohr tragen, den Züchter der Hündin ausfindig zu machen. Von diesem erhofften wir uns die Angabe, an welchen Käufer er die Hündin im Welpenalter abgegeben hatte. Leider waren wir an diesem Tag damit nicht sehr erfolgreich, telefonierten aber mit sämtlichen Tierärzten der Umgebung, da wir festgestellt hatten, dass die Schäferhündin einer Ultraschalluntersuchung unterzogen worden war. Wir konnten den Tierarzt ausfindig machen und erfuhren, dass Welpen erwartet würden. Über den verschwundenen Rüden konnten wir nichts in Erfahrung bringen, sein Verschwinden belastete uns außerordentlich. Nur wenige, bruchstückhaltige Angaben erhielten wir durch verschiedene Telefonate. Von Grebenstein sollte er sein, mittlerweile wäre er in einem Tierheim gelandet, von Bielefeld war die Rede und wir ergriffen all diese Hinweise und prüften sie telefonisch nach, ohne ihn jedoch zu finden.

Später stellten wir jedoch fest, dass all diese Angaben wie ein Puzzle waren, die wir über Tage zusammentrugen und die sich dann später zusammenfügten zu einem Ganzen. Doch soweit waren wir noch nicht.

Mittlerweile machte uns die Schäferhündin große Sorgen. Obwohl bestens betreut, fraß sie nicht. Sie war lieb und umgänglich, aber nervös, sie suchte und suchte, kratzte viel und verhielt sich unruhig. Kamen die Welpen ? Sucht sie den Rüden ?
Der Tierarzt wurde gerufen, die Hündin untersucht, wir wurden beruhigt. Anderes Futter wurde für sie zusammengestellt und es gab ein bisschen Gekochtes vom Mittagstisch. Ein wenig nahm sie dann zu sich.
Der Pfingstsonntag verging, und wir hatten hauptsächlich telefoniert, von geruhsamen, entspannenden Stunden konnten wir nur träumen.
Am Montag sollte unsere Hartnäckigkeit jedoch belohnt werden. Über die Tätowierungsnummer der Hündin konnten wir endlich den Züchter ausfindig machen und es machte uns nichts aus, ihn am Pfingstmontag zu stören. Bereitwillig und voller Verständnis teilte er uns anhand seiner Unterlagen mit, dass die Hündin Raja heißt, 8 Jahre alt ist, und als Welpe an ein Ehepaar nach Grebenstein verkauft wurde. Bei Grebenstein lagen wir ja schon einmal richtig, doch jetzt erhielten wir die genaue Adresse und sogar die Telefon-Nr. Langsam näherten wir uns unserem Ziel, Licht in das Dunkel um diesen Hund aus dem nassen und dunklen Keller zu bringen und hofften zugleich etwas über ihren Partner, den Rüden zu erfahren. Voller Hoffnung telefonierten wir mit dem Ehepaar in Grebenstein und diese waren geschockt, über das, was wir ihnen zu berichten hatten. Sie glaubten, als sie ihre beiden Hunde vor 3 Monaten verkauft hatten, sie in guten Händen zu wissen. Über eine Anzeige in der Zeitung hatten sie die beiden Tiere an eine Familie mit zwei kleinen Kindern verkauft. Unverzüglich setzten sie sich dann mit dieser Familie in Verbindung um nach dem Rüden zu fragen. Da zunächst jede Auskunft verweigert wurde, blieb nur die Drohung, die Polizei einzuschalten, da die Hunde mit dem Zusatz abgegeben wurden, dass sie nicht getrennt werden durften. Sie müssten zusammenbleiben, da sie zusammengehören.

Nur unter Druck wurde die Auskunft gegeben, dass der Rüde eine Woche zuvor durch eine Inserierung im Internet an ein Ehepaar aus Iserlohn gegeben wurde und unter weiterem Druck wurde auch deren Telefon-Nr. mitgeteilt.
Diese fielen natürlich aus allen Wolken, als sie von dem Drama um die beiden Hunde erfuhren. Als sie den Rüden abholten, wären beide Tiere auf dem Hof angebunden gewesen und auf ihre Frage, was denn mit der Hündin geschehen würde erhielten sie zur Antwort: Die bekommt erst ihre Welpen und dann lassen wir sie einschläfern!
Es war klar, um was es hier diesen gewissenlosen Menschen ging, nämlich die Welpen zu "verkaufen" und sich anschließend der Hündin zu entledigen, weil sie nicht mehr gebraucht wurde. Da sie schon 8 Jahre alt ist, war auch eine Abgabe über Internet aussichtslos, denn alten Tieren wird selten eine Chance auf ein weiteres Leben bei neuen Besitzern ermöglicht.

Auf klatschnassem Lehmboden sollte sie nach erfolgter Geburt unter erbärmlichen Umständen ihre Welpen säugen, in diesem dunklen Loch, in dem sie 3 Monate eingesperrt war. In welcher Panik musste sie sich befunden haben, als ihr der Rüde, ihr Partner entrissen wurde. Er durfte dieses dunkle Loch verlassen, weil er nach erfolgtem Deckakt nicht mehr gebraucht wurde. Welch ein Glücksfall für den Rüden! Nicht aber für diese alte Hundemutter, die in diesen 3 Monaten mit ihrer Pfote immer nur gekratzt hat, weil sie herauswollte aus diesem mistigen Loch und davon eine dicke geschwollene Pfote zurückbehalten hat, die jetzt langsam wieder abschwillt.
Das Ehepaar aus Iserlohn war nach Kenntnis der Sachlage dann auch bereit, den Rüden noch am gleichen Abend, (Pfingstmontag) von Iserlohn nach Grebenstein zu bringen, zumal er sich bei ihnen nicht wohl gefühlt habe. Voller Spannung erwarteten wir den Anruf, dass beide Hunde wieder beieinander wären. Dieser erfolgte kurz nach 24 Uhr: Sie liegen wieder "zusammen" in der Küche, sind total fertig und können nicht mehr.

 

"Zaro" ist jetzt kastriert, möchte mit "Raja" immer zusammen sein.

Die weiteren Tage haben gezeigt, dass beide Hunde vom Verhalten sehr verändert waren. Da sie sich jedoch wieder in ihrem früheren Zuhause in Grebenstein befinden, haben sie sich mittlerweile gut erholt.

Unser Tierschutzverein ist Eigentümer der beiden Hunde Raja und Zaro und auch der noch ungeborenen Welpen geworden. Wir werden für den weiteren Lebensweg der Tiere die Verantwortung tragen.
Der Rüde Zaro und die Hündin Raja, die Tina genannt wird, werden zusammenbleiben, darum werden wir uns bemühen und wenn wir wieder RTL einschalten müssen, um beide Hunde zusammen in ein neues Zuhause zu vermitteln.


 

"Raja" - sie braucht ihren Partner.

 

Ansprechpartner:

Tierschutzverein Marsberg u.U. e.V., Postfach 13  25, 34421 Marsberg

Telefon:

Telefon: (0 29 92) 37 45 tägl. bis 23.00 Uhr     
Telefax: (0 29 92) 16 40

günstiger Telefonieren mit Verivox

Email:

info@tierschutz-marsberg.de

Homepage: www.tierschutz-marsberg.de

Fenster schließen