Rettungsaktion
für BumBum Rudi aus Campi Salentina
Ein Hund mit soviel Lebensmut und Liebe, dass er eine Chance verdient hat!
Die erste Operation: 16.11.02
Am Samstag dem 16.11.02 war es endlich soweit: BumBum Rudi erhielt seine erste Operation. In einem mehrstündigen Eingriff wurde BumBum Rudis linkes Bein behandelt. Die Operation verlief zum Glück sehr gut und die ersten Röntgenbilder nach der OP lassen etwas Hoffnung aufkeimen. Doch trotz aller positiver Nachrichten steht noch die zweite OP an, die laut Tierarzt, die schwierigere wird. Wenn alles gut verläuft und sich BumBum Rudi rasch von dem ersten Eingriff erholt, rechnen wir, dass er in ca. 8-9 Wochen noch einmal unters Messer muss. Wir werden in den kommenden Tagen auf diesen Seiten berichten, wie BumBum sich von der Operation erholt.
Hoffnung nach dem Röntgen! 08.11.02
BumBum Rudi ist nun auf einem Pflegeplatz, dort
wird er liebevoll bemuttert. Er ist sehr anhänglich und ein richtiger
Goldschatz. Der arme hat jedoch furchtbare Schmerzen und wurde gestern nun
zum zweiten mal geröntgt. Er musste eine Vollnarkose bekommen, da er recht
unbeweglich ist und wir das Röntgen ohne Narkose nicht verantworten konnten. Das
Röntgen hat ergeben, dass er am linken Bein zwei Frakturen, eine davon direkt
über dem Kniegelenk erlitten hat. Direkt unterm Sprunggelenk befindet sich ein
weiterer Bruch. Dieses Beinchen wird zuerst operiert. Nach ca. 8-9 Wochen (je
nach BumBums Verfassung) wird dann die nächste OP am anderen Beinchen
vorgenommen. Dort befinden sich auch zwei Brüche, einer direkt am Hüftgelenk,
der andere überm Sprunggelenk. Dies wird wohl die schwierigere und riskantere OP
werden. Wir sind immer noch groß beim Sammeln für den Kleinen, denn er hat es
nach so langer Zeit verdient, wieder auf vier Beinen
aber vor allem ohne die andauernden Schmerzen zu laufen und sich zu bewegen. Die
OPs werden nach erster Einschätzung der Tierärztin gesamt ca. 2000- 2500 EUR
kosten. Nun warten wir auf den Anruf der Tierärztin wegen dem ersten OP- Termin.
Unter Umständen klappt es schon an diesem Samstag, spätestens jedoch Anfang
nächster Woche.
BumBum Rudi geht es sehr schlecht! 31.10.02
BumBum hat hohes Fieber und zahlreiche Brüche!!!
Heute wurde BumBum das erste mal geröntgt. Die Ergebnisse waren niederschmetternd. BumBum hat die Beine jeweils zweimal gebrochen, darunter eine schwierige Oberschenkelfraktur. Auch sein Becken ist mehrfach gebrochen. Das Hauptproblem ist dass seine Brüche schon verwachsen und verknorpelt sind. Ausserdem hat er hohes Fieber (41 Grad) und fühlt sich allgemein sehr schlecht. BumBum wird auf jeden Fall lebenslang Schmerzmittel nehmen müssen und wird auch nie wieder normal laufen können. Wir hoffen jedoch, dass wir mit einigen Operationen zumindest ein Bein stabilisieren können, so dass sich BumBum in Zukunft auf drei Beinen fortbewegen kann. Das andere Bein und die Fraktur am Becken ist nicht mehr operabel. Jetzt müssen wir ihn erst mal allgemein stabilisieren und sein Fieber senken. Sollte es ihm gut gehen, werden wir am nächsten Donnerstag noch einmal Röntgenbilder unter Narkose machen lassen. Dann werden wir entscheiden, was zu tun ist. Sein Lebensmut und seine Freude und Liebe, die er aufbringt, lassen uns zumindest ein wenig Hoffnung schöpfen, diesem geschundenen Wesen ein würdiges Weiterleben zu ermöglichen. Alles werden wir daran setzen, ihm zu helfen. Auch unseren eigenen Hund, Sam, hatte man bereits aufgegeben und ähnlich wie bei BumBum erkannten wir, dass Sam LEBEN WILL. Sam ist heute topfit, auch wenn er nur drei Beine hat - und so denken wir, dass auch BumBum es schaffen kann. Euch, unseren tollen Tierfreunden, ist es zu verdanken, dass wir BumBum wenigstens eine Chance geben können und diese Option, die Ihr uns mit Euren Spenden ermöglicht habt, werden wir bis ins letzte ausschöpfen...
Neues von BumBum Rudi 28.10.02
BumBum Rudi endlich in Deutschland!!!
Am 26. und 27.10.02 konnten wir BumBum Rudi in einer Blitz-Rettungsaktion endlich nach Deutschland bringen. Wir hatten uns entschlossen, ihn per Auto zu transportieren. Das hatte zwei Gründe 1. Damit konnten wir kosten sparen, denn der Flug wäre ziemlich teuer geworden. 2. konnten wir Rudi im Auto sorgsamer transportieren als in einer Flugbox. Wir hatten den Kofferraum mit Decken und Kissen ausgelegt, so dass Rudi ein komfortables Bettchen bekam. Rudis Gesundheitszustand ist zwar leicht besser, da die Knochen seiner Läufe wieder zusammengewachsen sind, er hat aber immer noch erhebliche Schmerzen und jammert ganz fürchterlich, wenn er sich falsch bewegt. Wir nehmen an, dass auch seine Hüfte bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sein Bewegungsablauf ist alles in allem ziemlich krumm. BumBum Rudi befindet sich zur Zeit in einer Pflegefamilie, die sich ganz liebevoll um ihn kümmert. Dank Eurer tollen Unterstützung (siehe unten bei "aktueller Spendenstand") für Rudi, können wir ihn nun optimal ärztlich versorgen lassen. Am 28.10. lassen wir ihn zum Tierarzt bringen, damit ein erster Befund gemacht werden kann. Dann werden wir wissen, in wie weit Bumbum operiert werden kann/muss. Natürlich haben wir auch aktuelle Bilder von BumBum. Wir werden sie in den nächsten Tagen auf dieser Seite online legen und ständig über BumBums Fortschritte berichten.
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Die Vorgeschichte
Wenn mir das Herz zerbricht!
Lange habe ich gebraucht, um diese Zeilen schreiben zu können. Erst musste ich
meine Gefühle neu sortieren und jetzt versuche ich auf Papier zu bringen, was
mich seit dieser Fahrt besonders bewegt hat - und selbst jetzt, nachdem einige
Tage vergangenen sind, fällt es mir schwer, das Erlebte schriftlich umzusetzen.
Auch wenn es mich nicht mit Stolz erfüllt, so kann ich doch behaupten in den
letzten Jahren viel Mieses erlebt zu haben. Tiere die geschlagen wurden, Tiere
die man behandelte wie ein Stück Dreck, Tiere die man ausgesetzt hat, Tiere die
eingeschläfert werden mussten, weil sie so schwer misshandelt wurden, dass man
sie nur noch Erlösen konnte und leider vieles mehr...
Doch das
Schicksal des jungen Hundes, das mich in den letzten Tagen so tief berührte,
zählt zu den Erlebnissen, die sich auf Ewig in mein Gedächtnis eingebrannt
haben. Beim Auswählen der Hunde für unseren Transport fiel uns eine kleine
Holzhütte auf, aus der schüchtern ein hübscher junger Hund mit traumhaften
Kulleraugen hervorlugte. Nachdem wir ihn ahnungslos in seiner Hütte etwas
gestreichelt hatten, kroch er daraus hervor. Er hat beide Hinterbeine - von
einem Auto angefahren - zertrümmert. Er wurde in einem Feld gefunden, wo er sich
tagelang Meter für Meter, auf der Suche nach Hilfe, mit den Vorderbeinen
voranzog. Welch unglaubliche Schmerzen musste dieses Tier erleiden? Ich kann es
nur vermuten und schon alleine bei diesem Gedanken dreht sich mir der Magen und
ein dicker fetter Kloß der Bitternis frisst sich in meinen Hals fest. Hätte der
Fahrer des Wagens nicht wenigstens halten können und von mir aus auch anonym die
Polizei benachrichtigen können? Bastard!
Notdürftig mit altem Verbandsmaterial zugepflastert, bietet dieses Tier einen
mehr als erbärmlichen Anblick. Das Tierheimpersonal kümmert sich zwar um ihn
aber seine Verletzungen scheinen laut Aussage
des
zuständigen Tierarztes inoperabel.
Und jetzt kommt das eigentlich brutale an dieser Geschichte: Trotz seiner
unsagbaren Schmerzen und trotz seiner Unfähigkeit sich normal fortzubewegen,
kroch uns dieses armselige Würmchen hinterher und bettelte förmlich um
Streicheleinheiten. Zärtlich küsste er uns die Handflächen und legte sein
Köpfchen vorsichtig in unsere Arme, um einen kurzen
Augenblick der Geborgenheit zu erhaschen. Ich habe diesem Tier in die Augen
geschaut und es zerbrach mir das Herz - nicht wegen seiner Verletzungen empfand
ich Mitgefühl, seine Liebe, die er uns entgegenbrachte, war es, die mich bis ins
Innerste berührte. Tina fasste sofort den Entschluss dieses Tier mit nach
Deutschland zu nehmen. Leider machte uns hier der Amtstierarzt einen bösen
Strich durch die Rechnung. Trotz meiner Zusicherung, dass man diesen Hund in
Deutschland sicher operieren lassen könnte, gab er den Hund nicht frei. Ich
bettelte und sicherte ihm zu, dass ich schon eine Familie hätte, die diesen Hund
aufnehmen würde - was natürlich nicht stimmte. Aber nichts half, er stellte uns
die Papiere einfach nicht aus. Anna Palasciano, die Tierheimleiterin von Campi
Salenita, versprach mir daraufhin, sie würde sich gut um den Hund kümmern und
alles menschenmögliche tun, um ihm das Weiterleben zu ermöglichen und zu
erleichtern.
Dieser Hund
hat mir gezeigt, wie sehr er trotz des Erlebten noch auf die Liebe der Menschen
angewiesen ist und dass diese wenigen Augenblicke der Geborgenheit ihn zumindest
kurzfristig alle Schmerzen vergessen lassen. Ich weiß, wir können nicht alle
Tiere retten, aber dieses Schicksal hat in mir die Frage aufgeworfen, ob wir
Menschen noch zu retten sind? Wie pervertiert muss man sein, ein angefahrenes
Tier seinem Schicksal zu überlassen und einfach weiterzufahren und wie
abgestumpft muss man sein, um trotz Zusicherung der Hilfe, einem solchem Hund
nicht die Papiere auszustellen, die ihm eine bessere Zukunft bedeutet hätten?
Deshalb danke ich Menschen wie Tina, Michael, Corinna, Drane und Giovanna für
die selbstlose Liebe, die sie den Tieren und auch den Menschen entgegenbringen.
Solche Menschen sind es, die mich aus meiner tiefen Verbitterung führen und mir
zeigen, dass der Kampf, den wir führen, nicht völlig sinnlos ist.
(John, Okt. 2002)
Die Rettungsaktion
Nachdem wir den obigen Bericht online gelegt
haben, erhielten wir zahlreiche Hilfsangebote. Allen voran die Tierschützerin
Tina Frei, die sich seit letzter Woche unermüdlich einsetzt, um zusammen mit der
Tierhilfe Süditalien Bum Bum nach Deutschland zu bringen und ihn operieren zu
lassen. Wir rechnen mit sehr hohen Tierarztkosten. Bum Bum muss geröntgt,
operiert und nachbehandelt werden, es kann sogar sein, dass er mehrmals operiert
werden muss. Diese zusätzliche Belastung wird Bum Bum auf sich nehmen müssen,
denn sein Lebensmut ist so gross, dass es eine Schande wäre, ihn seinem
Schicksal zu überlassen! Innerhalb einer knappen Woche erreichten uns bereits
Spenden über 160 EUR. Das ist natürlich super, und wir hoffen, dass sich noch
der eine oder andere Tierfreund findet, der uns hilft, Bum Bum eine neue Chance
zu geben.
Obwohl wir noch lange nicht das benötigte Geld zusammen haben, wollen wir Bum
Bum bereits am 26./27. Oktober Deutschland bringen, denn je länger wir warten,
desto schlechter sind die Heilungschancen und desto länger muss Bum Bum leiden.
Was brauchen wir noch um BUM BUM retten zu können?
- Natürlich benötigen wir dringend
Gelder für die OP. Wir rechnen mit
Gesamtkosten von bis zu 2500 EUR.
Diese Summe haben wir mittels Erfahrungswerten errechnet. Unter Umständen haben
wir sogar einen geeigneten Tierarzt gefunden, der uns einen guten Preis machen
würde, so dass sich die Summe mit viel Glück etwas verringern wird. Unsere
Bankverbindung:
Frankfurter Volksbank
BLZ 50190000
Kto-Nr. 4101451599
Stichwort: Spende für OP
Konto-Inhaber: Drane Pepaj
Bum Bum wird vorerst vom Tierhort Deggingen in einer Pflegefamilie untergebracht werden. Wir suchen für Ihn eine nette, verständnisvolle Familie, die sich damit abfinden kann, dass BumBum vielleicht nie wieder richtig laufen kann. Ok, Ihr bekommt nicht gerade einen Hund, der zum Joggen taugt, aber dafür nehmt Ihr einen Hund auf, der Euch dies mit seiner grenzenlosen Liebe auf Ewig danken wird... Also, mailt uns, wenn Ihr Interesse an Bum Bum habt: jdkraft@tierhilfe-sueditalien.de
Ist das sinnvoll, so viel Geld für einen Hund auszugeben, der vielleicht sowieso nie wieder richtig gehen werden kann?
Auch diese Frage wurde uns in den letzten Tagen gestellt. Hierauf möchten wir mit einer kurzen Geschichte antworten, die unsere lieben Freunde vom Tierhort Deggingen als Motto haben:
Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den
Strand entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und
ins Meer warf. Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum
er das denn tue. Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne steben würden,
wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben.
"Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und Tausende Seesterne liegen
hier", erwiderte der Alte. "Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du
dich abmühst?"
Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die
rettenden Wellen. Dann meinte er: "Für diesen hier macht es einen Unterschied!