Sahra, eine Geschichte die nachdenklich macht...

 

 

 

 

 

 

 

Wir möchten uns kurz vorstellen um euch dann die Geschichte von Sahra zu erzählen:

 

Wir, das sind Jürgen, Marion, Mona und unsere Vierbeiner Lego, Akira und unser Hasilein Mando.

 

Die Geschichte fing damit an, dass uns Anja von einem Tierheim in Athen erzählte, das aus privaten Gründen schließen muss und ob wir einen dieser Hunde in Pflege nehmen könnten.

 

Natürlich wollten wir helfen, doch welchem Hund sollten wir eine Chance geben? Wir kamen zu dem Entschluss, dass die jüngeren Hunde eher vermittelt würden, übrig bleiben immer die alten und kranken Hunde. Dieses teilte ich Anja mit und als Antwort erhielten wir den Namen Sahra, eine etwa 10 Jahre alte Hündin, die schon ewig im Tierheim wohnt. Wir gaben unser ok, doch damit begannen auch meine Ängste: Was ist, wenn Sahra hier stirbt, weil für sie bestimmt nicht so schnell ein Zuhause gefunden wird? Was ist, wenn sie ganz schlimm krank wird und ich soll über Leben und Tot entscheiden.... usw. Es verging kein Tag, an dem ich mir nicht irgendwelche Sorgen machte. Die Zeit bis wir endlich die Ankunft von Sahra mitgeteilt bekamen, war endlos. Ich schrieb sehr oft an Anja und fragte ob es noch nichts neues gibt. Ich bin ihr mit Sicherheit, wenn auch positiv auf die Nerven gefallen (nein, das ist sie nicht ;O) Anm. Anja).

 

Wir holten Sahra ab und waren furchtbar erschrocken: Sie lief sehr schlecht und musste ins Auto gehoben werden. Wir erkundigten uns, was Sahra denn haben könnte und aus Athen kam die Diagnose Rheuma. Wir fuhren nach Hause und stellten Sahra erst mal den Rest der Familie vor. Unsere Wauzies merkten sofort, dass mit Sahra etwas nicht in Ordnung war und ließen sie in Ruhe. Sahra lag hier im Garten und wir standen irgendwie total hilflos bei ihr.

 

Sie wollte auch nicht rein, wieso auch - sie kannte es ja nicht. Wir nahmen sie einfach an die Leine und siehe da, sie ging freiwillig mit. Dieses Spiel wiederholten wir noch sehr oft an diesem Tag, denn Sahra wollte immer wieder raus. Abends machte ich einfach die Tür zu, so das sie nicht mehr raus konnte. Wir waren sehr überrascht, als Sahra auf das Sofa kraxelte um sich auf meinen Schoß zu legen und genau so haben wir dann die erste Nacht verbracht.

 

Am nächsten Morgen war ich sehr erstaunt, denn Sahra war stubenrein, wir waren richtig stolz auf sie. Sie hatte aber mühe ihre Pfoten voreinander zusetzen und sie tat uns richtig leid. Wir beschlossen mit ihr zum Tierarzt zu fahren, damit sie nicht so dolle Schmerzen hat. Die Diagnose war niederschmetternd. Nach dem Röntgen erklärte mir die Tierärztin, dass Sahras Wirbelsäule nicht mehr in Ordnung sei und das sie eine ganz schlimme und weit fortgeschrittene Arthrose hat. Nichts in ihren Gelenken sieht mehr so aus wie es aussehen sollte. Wenn man ihr nicht mit einem Medikament die Schmerzen nehmen kann, dann sieht es nicht gut aus für sie. Sie bekam eine Kortisonspritze, die leider nicht anschlug.

 

Ich hatte das Gefühl, dass mir einer die Beine wegzog, mein Hals war zugeschnürt und ich wusste nicht, was ich sagen oder machen sollte. Ich fuhr mit Sahra nach Hause, hier waren alle einfach nur traurig, es tat furchtbar weh. Jetzt hatte Sahra endlich eine Familie gefunden und dann darf sie nicht lange hier bleiben, es war so ungerecht.

 

Wir beschlossen, dass Sahra nicht mehr vermittelt werden soll, sondern hier bei uns bleibt. Wir werden zusammen mit ihr den Weg gehen, den sie gehen muss.

 

Sahra hat noch ein neues Medikament bekommen, in der Hoffnung, dass es hilft. Wir werden mit ihr zusammen kämpfen. Sahra zeigt uns ganz deutlich, dass sie leben will und das soll sie auch und zwar so lange, bis sie uns zeigt, dass es nicht mehr geht. Dann werden wir bei ihr sein auf dem Weg ins Hundeparadies. Sie wird hier bei uns einschlafen im Schoß ihrer Familie.

 

Sahra ist ein Schatz, sie stellt keine Ansprüche, ist einfach nur lieb, sie ist unser Engelchen. Wir sind traurig, dass sie nicht schon eher den Weg zu uns gefunden hat, aber wir werden ihr ihren Lebensabend so schön wie möglich gestalten, werden immer für sie da sein und hoffen, dass wir mit dieser Geschichte anderen Menschen Mut und Kraft geben, einen älteren Hund bei sich aufzunehmen, um dann mit ihm zusammen den Rest des Weges zu gehen.

 

Wir möchten uns bei Anja für ihre Hilfe bedanken, denn sie ist immer da, wenn wir mit unseren traurigen Gefühlen und Gedanken und unseren Ängsten nicht mehr zurecht kommen. Sie betreut nicht nur die Tiere, sondern auch die dazugehörigen Familien und das finden wir echt ganz klasse von ihr.

 

Wir möchten uns bei Familie Stieglitz für ihre Unterstützung bedanken, auch im Namen von Sahra.

 

Jürgen, Marion, Mona, Lego, Akira, Sahra, Mando

 


Liebe Gobbis,

 

auch ich möchte mich bedanken. Ihr seid wundervolle Menschen und Sarah hätte keinen besseren Platz für ihren hoffentlich noch langen Lebensabend finden können.

 

Liebe Tierfreunde, was Marion und Jürgen, und auch ihre kleine Tochter Mona dieser alten, ehemals einsamen Hündin an Herzenswärme und Liebe schenken, an Geborgenheit und Glück würde ich mir so sehr für all die anderen alten, weggeworfenen Tiere wünschen. Sehen sie selbst, wie glücklich diese Hündin auf den Bildern aussieht!

 

Es ist so viel, was diese alten Tiere zu geben haben. Diese unendliche Dankbarkeit, dieses wohlige Seufzen, wenn sie endlich erfahren dürfen, wie es ist, ein Zuhause zu haben, sollte viele Menschen ermutigen, auch einem alt gewordenen Tier noch ein schönes Zuhause zu schenken. Auch Marion und ihre Familie haben Angst vor dem Tag, an dem Sarah gehen muss. Natürlich ist es einfacher, einen jungen Hund zu übernehmen, hat man doch noch viele schöne Jahre mit ihm vor sich. Doch ist es nicht gerade die letzte Zeit eines Hundes, einer Katze oder auch jeden anderen Tieres, in der sie/es uns am meisten braucht?

 

Wie muss es sein, alt und gebrochen einem Ende ohne Hoffnung entgegenzugehen? Was würden wir empfinden, wenn wir im Alter abgeschoben würden - in ein kaltes Zimmer mit Gitterstäben, in dem kein liebes Wort an uns gerichtet würde und keine zärtliche Geste uns ein Fünkchen Lebenswillen schenkt? Wenn keiner ein paar aufmunternde Worte an uns richtet, wir uns nicht bequem betten könnten und nur unsere verbrauchten schmerzenden Knochen uns noch daran erinnern würden, dass wir leben?

 

Es warten unendlich viele alte Tiere in Tierheimen auf ein neues Zuhause. Die Interessenten gehen an ihnen vorbei. Tag für Tag sehen sie junge Hunde kommen und gehen und warten selbst, manchmal bis zu ihrem Tod, auf die Worte "Komm, mein alter Freund, wir gehen nach Hause".

 

Ich bitte Sie darum, mutig zu sein. Ich bitte Sie im Namen der Tiere darum, keine Angst vor der Trauer zu haben, ein altes Tier auf seiner letzten Reise zu begleiten.

 

 

Und Euch, liebe Gobbis, wünsche ich viel Kraft auf Eurem Weg mit Sarah.

 

 

Sollten auch Sie einem alten Tier ein Zuhause oder einen Pflegeplatz anbieten wollen, freuen wir uns, wenn Sie uns, wenn Sie dieses Formular an uns senden.